Gerade frage ich mich, ob der Computer, wie wir ihn kennen, zum Auslaufmodell wird. Und zwar schneller, als gedacht.
Ende Juni hat Apple die Preise erhöht. Nicht für ein neues Modell, sondern für beinahe das gesamte bestehende Sortiment. Mitten im Lebenszyklus. Zum Teil mehrere hundert Euro teurer.
Der Grund für die Preiserhöhung ist der Arbeitsspeicher. Seit Sommer 2025 sind die Preise explodiert, in manchen Segmenten um das Drei- bis Vierfache. Die unzähligen neuen Rechenzentren für KI sind bereit, höhere Preise zu bezahlen und sichern sich immer größere Mengen an RAM.
Das Bemerkenswerte ist nicht, dass dadurch die Preise steigen. Das Bemerkenswerte ist, wer sie erhöht. Apple ist ein Meister der Skaleneffekte. Der Konzern kauft in Mengen ein, die jeden Lieferengpass abfedern und hat Preisschwankungen auf Kosten der eigenen Marge kompensiert. Wenn ausgerechnet Apple die gestiegenen Preise nicht mehr auffangen kann und sie an die Kunden weitergibt, dann ist das mehr als ein Schluckauf. Mit einer baldigen Entspannung ist nicht zu rechnen und weitere Preissteigerungen könnten folgen.
Der Computer war jahrzehntelang das Universalwerkzeug von Millionen von Menschen, die produktiv sein wollten. Sie erstellten damit Content jeglicher Art: Texte, Bilder, Töne, Videos, Code. Doch Inhalte werden nun zunehmend von KI erstellt und damit entfällt der Bedarf für dieses Werkzeug. Und nicht nur das, denn weil die KI größtenteils in der Cloud arbeitet, wird auch für die Nutzung von KI kein eigenes, leistungsfähiges Gerät mehr gebraucht. Es reicht ein simpler Zugang.
Möglicherweise ist der Rechner, an dem ich das hier schreibe, einer der letzten seiner Art. Das wird sich noch zeigen. Aber zum ersten Mal kann ich mir vorstellen, dass die Frage nicht mehr lautet, welchen Computer ich als nächstes kaufen werde. Sondern ob ich überhaupt noch einen brauche.